Fähre Intschede


Südlich der Ortschaft Hellwege an der Wümme im Landkreis Rotenburg liegt das ausgedehnte Tüchten-Hellweger Moor. Bis etwa 1750 blieb es von Menschenhand unberührt. Der durch die Urbarmachung des Teufelsmoores berühmt gewordene Moorkommissar Christian Jürgen Findorff plante als letzte Tat seines Lebens auch die Erschließung des Hellweger Moores. Von 1793 bis 1795 wurden hier 10 Dörfer gegründet. Es war ein karges Land.

Die Siedler hatten es schwer. Der einzige Reichtum des Moores, der Brenntorf, konnte erst in die Marsch- und Geestdörfer verkauft werden, nachdem Weg und Steg für die Fuhrwerke angelegt waren. Obwohl mit Sicherheit schon lange vor dem l8. Jahrhundert vorhanden, hat die Weserfähre Daverden-Winkel ihre offiziell gesicherte Existenz diesen wirtschaftlich bedingten Infrastrukturmaßnahmen zu verdanken.

Im April 1826 entwarf das Königlich-Großbritannisch-Hannoversche Gohgericht Achim einen Receß (Vertrag mit Verordnungscharakter) zur Anlegung von Wegen aus dem Hellweger Moordistrikt – und damit den Ämtern Verden, Rotenburg usw. – mit einer Überfahrt über die Weser zwischen Daverden und Intschede nach den Ämtern des linken Ufers. Das dem Receß eingefügte Regulativ bestimmte Wege- und Fährgelder. Der entsprechend dieser mit den Gemeinden Daverden und Intschede geschlossenen Vereinbarung unterzeichnete erste Pachtvertrag für die Wagenfähre übertrug die Gerechsame zunächst von 1826 bis 1835 der Gemeinde Daverden.

Der Pachtcontract lief jeweils auf 9 Jahre und wurde nicht über 1859 hinaus mit Daverden fortgesetzt.1860 ging die Fährgerechtigkeit auf die Intscheder Bauernschaft Über. Dabei waren naturgemäß die Einwohner des kleinen Ortes Winkel direkt am Fährplatz an stärksten mit der Weserquerung verbunden. Noch im gleichen Jahr wurde eine in Wulmstorf abgebrochene Scheune als Fährhaus auf dem linken Ufer errichtet.
(c) Friedrich Wilhelm Brandt (Syke)